CO2-Fußabdruck, ökologischer Fußabdruck, ökologischer Rucksack: Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Bei meinen Recherchen stoße ich immer wieder auf die Begriffe CO2-Fußabdruck, ökologischer Fußabdruck und ökologischer Rucksack. Zunächst nahm ich an, dass dies Synonyme sind. Doch dies ist nicht so. Es sind drei verschiedene Umweltkonzepte, wie wir den Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt messen können.

Gemeinsam ist allen drei Konzepten, dass man sich den Einfluss einer Person, eines Produkts oder eines Landes anschauen kann. Damit kann eine Konsumenten- oder Produzentensicht eingekommen werden. Zählt man z.B. den CO2-Fußabdruck aller Einwohner und stellt sie dem CO2-Fußabdruck aller Unternehmen entgegen, kann man berechnen, ob ein Land eher Effekte exportiert oder importiert. In Deutschland ist z.B. der CO2-Fußabdruck aller Einwohner größer als der CO2-Fußabdruck aller Unternehmen. Damit importiert Deutschland CO2-Effekte. Das ist jedoch nur eine Rechenüberlegung, denn durch die weltweiten Winde ist es für das Klima egal, wo das CO2 entsteht. Wir spüren weltweit den Effekt.

CO2-Fußabdruck / Carbon Footprint / CO2 Bilanz

Der Co2 Fußabdruck, auch Carbon Footprint oder CO2 Bilanz genannt, ist das am engsten gefasste Konzept von diesen drei Konzepten. Es bestimmt den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen. Wie der Name schon sagt, spielen die Treibhausgase eine entscheidende Rolle bei der Erderwärmung. Die Erderwärmung hat wiederum viele unterschiedliche, teilweise gegensätzliche – und vor allem unerwünschte – Klimaeffekte wie extreme Hitze und Trockenheit sowie Starkregen und Überschwemmungen zur Folge. Deshalb misst man den CO2 Fußabdruck. Gemessen wird der CO2-Fußabdruck in Tonnen CO2-Äquivalenten. Das bedeutet, dass wir alle Treibhausgase entsprechend ihres Treibhauspotenzials in CO2 umgerechnen.

Ökologischer Fußabdruck

Das Konzept vom ökologischen Fußabdruck ist weiter gefasst als der CO2 Fußabdruck. Es bestimmt die benötigte Fläche für den Konsum bzw. die Produktion von Gütern. Die Logik dahinter ist, dass alle Güter Rohstoffe benötigen. Und diese Rohstoffe brauchen Platz – entweder weil wir sie anbauen wie z.B. Pflanzen oder weil wir sie abbauen wie Mineralien.

Der ökologische Fußabdruck schaut einerseits auf die Rohstoffe, die Teil von Produkten sind. Aber auch auf die Energieträger, die man für die Produktion braucht, und auch der Abfall und die Abgase, die bei der Produktion und beim Gebrauch entstehen. An dieser Stelle kommt auch der CO2-Fußabdruck wieder ins Spiel. Denn es wird ebenso bestimmt, wie viel Fläche Wald benötigt würde, um den CO2 Ausstoß zu kompensieren. Damit ist der CO2-Fußabdruck Teil vom ökologischen Fußabdruck.

Der ökologische Fußabdruck wird in ha gemessen. Wenn also jemand sagt, “wenn alle so leben würden wie wir Deutschen bräuchte es 3 Erden” bezieht sich jemand auf den ökologischen Fußabdruck. Auch der Earth Overshoot Day bezieht sich auf dieses Konzept. Übrigens der World Overshoot Day für Deutschland war in 2022 der 4. Mai

Ökologischer Rucksack

Das dritte Konzept ist der ökologische Rucksack und dieses ist dem ökologischen Fußabdruck recht ähnlich. Im Gegensatz dazu bestimmt der ökologische Rucksack jedoch nicht die Fläche, sondern den Materialbedarf für ein Gut für den gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Nutzung und Entsorgung). Den ökologischen Rucksack gibt man in kg an.

Der ökologische Rucksack beinhaltet sowohl die eigentlichen Inhaltsstoffe aber auch z.B. der Abraum beim Abbau von Edelmetallen oder die Energieträger, die dann in Strom oder Wärme in den Produktionsprozess eingehen. Die folgenden Materialien werden bei der Berechnung berücksichtigt:

  • nicht-nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel Kohle oder Mineralien)
  • nachwachsende Rohstoffe (zum Beispiel pflanzliches Material wie Holz)
  • Abbau und Bearbeitung von Boden (zum Beispiel durch Landwirtschaft)
  • Wasser
  • Luft, die verbraucht wird (zum Beispiel durch Verbrennung)
  • Der Rucksack wird für jede dieser Kategorien ermittelt und ausgewiesen