Als ich ein Kind war, war Zahnpflege für uns nicht besonders wichtig. Ich kann mich erinnern, dass wir Zähne geputzt haben, aber wenn ich es nicht gemacht habe oder nicht richtig gemacht habe, war das auch kein Problem. Deshalb hatten viele in meiner Familie auch keine besonders guten Zähne. Und wahrscheinlich auch, weil sich eine Familie Bakterienstämme teilt. Das alles hat dazu geführt, dass ich meine ersten Füllungen als Teenager bekommen habe. Natürlich waren schlechte Zähne nicht das, was sich irgendjemand von uns in der Familie gewünscht hat. Dennoch wussten wir auch nicht so richtig, was man dagegen besser tun konnte (außer natürlich Zähne putzen). Im Gegenteil: Als ich 17 war, hatten meine Großeltern gehört, dass es eine gute Idee sei, die Fissuren seiner Backenzähne versiegeln zu lassen und dass es vor dem 18. Geburtstag die Krankenkasse zahlt. Also bin ich zum nächstbesten Zahnarzt und habe mir meine Fissuren versiegeln lassen. Das war keine gute Idee, denn alle versiegelten Zähne brauchten später Füllungen. Mit der Zeit hatte ich einige Zahnärzte und einige der alten Füllungen mussten ausgetauscht werden. Heute sieht ein Laie dank meines Zahnarztes und guter Materialien nicht mehr, dass ich überhaupt mal Füllungen hatte. Trotzdem bekam ich bei jedem Zahnarztbesuch bis vor zwei Jahren zu hören: an Zahn xyz ist Initialkaries. Die müssen wir beobachten. Grr.
Vor einigen Jahren kam ich auf die Idee, dass ich meine Zähne nicht weiß genug fand. Mein erster Impuls war, dass ich sie beim Zahnarzt bleichen lassen möchte. Doch egal, was ich tue, ich muss immer vorher recherchieren. Also recherchierte ich auch und war eher abgestoßen von den Folgen des Beachings. Bei meinen Recherchen bin ich dann auch auf eine Zahnärztin auf YouTube gestoßen, die nicht nur das Bleaching verteufelte, sondern auch eine Alternative anbot, die sie seit Jahren ihren Patienten empfahl. Ihre Grundlogik war einfach. Verkürzt sagte sie: „gesunde Zähne sind von Natur aus weiß.“ Damit hatte sie mich. Und ihre Formel: nutze 5 Produkte, die du (in den USA) in jeder Drogerie findest und du wirst strahlende gesunde Zähne haben.
Der Haken
Die ganze Sache hat nur einen Haken: Alle Produkte kommen in Plastikverpackungen. Dennoch war das Versprechen zu groß als dass ich es nicht wenigstens einmal ausprobieren wollte. Ich dachte mir, wenn es funktioniert, werde ich mich auf die Suche nach nachhaltigen Ersatzprodukten machen. Da ich offensichtlich nicht in den USA wohne und auch nicht gewillt war, aus den USA die Produkte zu bestellen, habe ich mir europäische Alternativen dazu ausgesucht und habe diese ausprobiert. Und ich musste feststellen: Sie haben sehr gut funktioniert. Tatsächlich sind meine Zähne etwas weißer geworden, gleich recht schnell am Anfang. Andere Effekte hatte ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht entdeckt, und dann begab ich mich auf die Suche nach nachhaltigen Alternativen. Ich habe zum Beispiel versucht, die Kernprodukte einer der Spülungen selbst zusammen zu mischen, aber das hat nicht so gut funktioniert. Deswegen bin ich immer noch bei der Originalzusammensetzung, wie die Zahnärztin das vorgeschlagen hatte.
Dr. Ellie Phillips Zahnpflegesystem
Wer ist eigentlich die Zahnärztin? Sie heißt Dr. Ellie Philips und ist gleichzeitig YouTuberin.

Das Dr. Ellie Zahnpflegesystem besteht im Endeffekt aus fünf einfachen Komponenten. Und das sieht so aus:
- Jeden Morgen und jeden Abend putzt man sich nicht einfach nur seine Zähne, sondern man beginnt das Zahnputzritual mit einer Mundspülung, einer Chlordioxidlösung. Es ist wirklich wichtig, eine Chlordioxidlösung zu nehmen und nicht eine Chlorhexidinlösung. Chlorhexidin-Lösungen können nämlich zum Beispiel zu Verfärbungen führen und die natürliche Bakterienflora im Mund verändern, und zwar nicht zum Guten, sondern es tötet auch die guten Bakterien ab.
- Dann putzt man seine Zähne. Sie schlägt Crest vor. In den amerikanischen Raum ist das wohl eine klassische, einfache flouridhaltige Zahnpasta. Ich persönlich nutze immer noch Denttabs, denn diese sind einfach nachhaltiger als jede Zahnchreme. Außerdem fühle ich mich besser, wenn ich meinem Körper weniger Konservierungsstoffe zuführe.
- Dann kommt das Spülen mit Listerine auch. Die ist auch eklig. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen Das Besondere an Listerine ist, dass es eine Alkohollösung plus verschiedene Kräuter ist. Die macht die Zähne besonders schön strahlend weiß. Listerine hat einen niedrigen PH-Wert. Deshalb ist es auch ganz wichtig, dass du nicht mit Listerine aufgehört, sondern eine weitere Spülung nutzt, die den PH-Wert wieder etwas ausgleicht.
- Der letzte Schritt der täglichen Zahnpflegeroutine ist daher das Spülen mit einer 5%igen Natriumfluoridlösung.
Das ist schon die gesamte Zahnputz-Routine. Wenn du jede Spülung eine Minute im Mund hast und zusätzlich zwei bis drei Minuten Zähne putzt, kommst du auf fünf bis sechs Minuten Zahnpflegeroutine jeden Morgen und Abend.
Darüber hinaus über die Zahnpflegeroutine jeden Morgen und Abend empfiehlt Dr. Philips, nach allen Mahlzeiten Xylit zu nehmen. Sie hat selbst auch Xylit-Kaugummis und Xylit-Pastillen im Programm. Ich selbst mag Kaugummis nicht besonders, deswegen nutze ich die Xylit-Pastillen und nehme davon nach dem Essen jeweils ein bis zwei Stück.
Was ist der Effekt?
Das gesamte Programm mache ich seit zwei Jahren. Nun war ich gerade mal wieder beim Zahnarzt und es war das erste Mal seitdem er gesagt hat: „Alles super, so wie es sein sollte.“ Bisher war es immer so, dass er durch die Zähne gegangen ist und gesagt hat: „Den müssen wir beobachten.“ Tatsächlich hat sich innerhalb von diesen zwei Jahren meine gesamte Initialkaries zurückgebildet. Darüber hinaus war an manchen Stellen das Zahnfleisch etwas dünner geworden und auch das hat fühlt sich so an, als hätte es sich verbessert. Ich sage Fühlen, denn tatsächlich haben wir nicht gemessen wie tief meine Zahnfleischtaschen sind.
Mich hat dieses Ergebnis überzeugt und ich habe mich entschieden, dass ich das Zahnpflegeprogramm in der Form erst einmal weiter nutzen werde trotz der drei Plastikflaschen, die ich pro Monat verbrauche.
Denn Nachhaltigkeit bedeutet nicht automatisch immer nur weniger Plastik zu nutzen, sondern nachhaltig bedeutet halt auch, dass man seinen Körper langfristig gesund hält. An dieser Stelle helfen mir die Plastikprodukte dabei, dies zu erreichen. Wenn ihr Ideen habt, wie ich das Gleiche erreichen kann, mit weniger Plastik, dann schreibt mir gerne.